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Die ältesten Berichte des "Großen Geysirs" stammen aus dem Jahre 1294.


  Die ältesten Berichte des "Großen Geysirs" stammen aus dem Jahre 1294 als ein starkes Erdbeben Islands Süden erschütterte und das Thermalgebiet im Tal Haukadal sich in großem Ausmaß veränderte. Die Aufzeichnungen erzählen von "riesigen heißen Quellen", die entstanden. Dies wird heute so gedeutet, dass sie auch damals ausbrachen.
Die Berühmtheit des Gebietes stieg in den folgenden Jahrhunderten, insbesondere wegen Geysir selbst. Dies war nicht erstaunlich, denn Geysire waren zur damaligen Zeit innerhalb Europas gänzlich unbekannt.
In den Jahrhunderten nach 1294 nahm die Intensität des Thermalgebietes weiter zu, offenbar besonders nach großen Erdbeben, welche durchschnittlich alle 100 Jahre die Gegend erschütterten.

Das Thermalgebiet, welches nach dem großen Geysir benannt wurde, ist ein "heißes" Geothermalgebiet. Diesen Begriff benutzt man für geothermale Systeme, welche sich in einer vulkanisch aktiven Zone befinden und der oberste Teil der Erdkruste, bis 1km Tiefe, heißer ist als 200°C.
Das Thermalgebiet des "Großen Geysir" ist eines der kleinsten Islands und umfasst eine Fläche von 3km² an der Oberfläche.
Das Thermalgebiet befindet sich am östlichen Rand der westlichen vulkanischen Zone und unterscheidet sich von den anderen "heißen" Thermalgebieten dadurch, dass innerhalb der letzten 10.000 Jahren keinerlei vulkanische Aktivität stattfand.
Studien über die Chemie des Gebietes berichten, dass die Wassertemperatur der heißen Quellen in 1 km Tiefe um 240°C oder höher liegen.


Die heißen Quellen um den "Großen Geysir" teilen sich in verschiedene Typen. Geysir und die heißen Quellen im Westen und Süden sind normale heiße Quellen. Sie scheiden heißes Wasser aus, welches aus tiefen Reservoirs durch schmale Kanäle an die Oberfläche aufsteigt. Die Temperatur dieser Quellen beträgt 100°C und einige kochen ununterbrochen - wenn die Temperatur in der Tiefe über den Siedepunkt steigt, brechen die heißen Quellen aus, was bedeutet, das ein Geysire entsteht. Das Wort Geysir hat seinen Namen übrigens direkt vom "Großen Geysir" bekommen.

Nördlich von Geysir gibt es Fumarole, ein geothermales Phänomen bei dem Dampf und Gase aus dem Geothermalsystem austreten. An den Fumarolen kann man an manchen Stellen helle gelbe Flecken entdecken; dies ist natürlicher Schwefel, welcher von dem Dampf kristallisiert. Es ist eben dieser Schwefel (H2S), welcher den eher unangenehmen Geruch in diesen Gebieten hervorruft - es ist nicht Ihre Reisebegleitung!!
Der südliche Teil des Gebietes heißt Thykkuhverir - "die bösartigen heißen Quellen" was auf Schlammtöpfe schließen lässt. Dieser Typ von heißer Quelle sind in Wirklichkeit Fumarole, welche Wasser zum kochen bringen und durch die Erdoberfläche "kochen". In trockeneren Zeiten können diese Schlammtöpfe trockene, dampfende Fumarole sein, statt sprudelnden, blubbernden Schlammtöpfen.
Die Schlammtöpfe sind zwischen 70 und 80°C und können sehr gefährlich sein, da sie sich in ihre unmittelbare Umgebung ausdehnen und oft unterhalb eines fest erscheinenden Bodens Hohlräume bilden.
Die Geysire sind eine sehr seltene Art von heißer Quelle. Dies ist der Grund, das über Jahrhunderte Reisende und Forscher aus aller Welt nach Island kamen, um diese Phänomene zu inspizieren und zu bewundern.

Geysir brechen aus, weil unterhalb der Oberfläche das Wasser in den Kanälen kocht. Das kochende Wasser wird zu Blasen von Dampf und weil Dampf einen wesentlich größeren Raum einnimmt als Wasser wird das Wasser oberhalb hoch aus den Kanälen rausgedrückt. Bei ungefähr 23 Meter Tiefe ist das Wasser in der Röhre des Geysirs ca. 120°C heiß. Es gibt ein Gleichgewicht zwischen dem Druck und dem Wasser oberhalb in der Röhre. Der Druck des Wassers oberhalb in der Röhre hält das Kochen niedrig. In einer Tiefe von 16 Metern in der Röhre erreicht die Wassertemperatur manchmal den Siedepunkt, welches man an der Oberfläche anhand von zunehmender Turbulenz bemerken kann. Diese Turbulenz (Kochen) kann bis zu dem Punkt zunehmen, an dem das Wasser in der Röhre leicht angehoben wird und eine Kettenreaktion wird ausgelöst - der Druck nimmt ab, was weiteres Kochen in der Tiefe möglich macht und Wasser zu Dampf werden lässt, was zu einem Ausbruch des Geysirs führt. Das Kochen unten in der Röhre wird stärker, was dazu führt, das noch mehr Wasser in die Luft geschleudert wird. Wenn all das Wasser aus der Röhre ausgeworfen wurde, kommt Wasser aus der Tiefe und wird direkt zu Dampf, begleitet von einem lauten Geräusch. Die Wasserphase dauert einige Minuten und die anschließende Dampfphase um einiges länger, allmählich abnehmend…- der Zyklus beginnt von neuem. Wenn die Dampfphase vorbei ist haben sich alle Kanäle bis tief in die Erde entleert und es dauert 8-10 Stunden bis der Geysir wieder vollständig mit Wasser gefüllt ist.

Nach heftigen Erdbeben am 17. und 21. Juni 2000 in Südisland erwachte der "Große Geysir" wieder zum Leben, nachdem er seit 1915 geschlafen hatte. Er wachte 1935 noch einmal für ein paar Jahre auf, aber hörte danach gänzlich auf auszubrechen.
Heutzutage bricht er einige Male am Tag aus, ereicht jedoch bei weitem nicht die Höhe der früheren Jahre, als die Fontänen zwischen 50 und 60 Meter hoch in die Luft schossen. Heute sind die Wasserausbrüche 8-10 Meter hoch und halten für eine ganze Weile an. Die Ausbrüche beginnen ebenfalls mit Turbulenzen an der Wasseroberfläche und werden von den 8-10 Meter hohen Ausbrüchen gefolgt. Wenn das ausgestoßene Wasser in das Becken zurückfällt, kühlt es das Wasser ab und das Kochen stoppt.
Seit 1963 ist der Geysir "Strokkur" der "Hauptgeysir". Damals wurden seine Kanäle gereinigt und seitdem bricht er alle 8 Minuten aus.
Strokkur entstand bei einem Erdbeben 1789 und war aktiv bis zum nächsten großen Erdbeben in 1896, welches ihn "abschaltete".


Andere Geysire auf dem Thermalgebiet sind Sódi (der Rasen), Smiður (der Schmied), Fata (der Eimer), Óþerrishola (der Regenmacher), Litli Geysir (der kleine Geysir) und Litli Strokkur (der kleine Strokkur). Diese Geysire brechen heutzutage nur künstlich aus, wenn man sie mit Seifenlauge behandelt, abgesehen von Óþerrishola, welcher bei niedrigem Luftdruck gelegentlich ausbricht.
In den Erbeben im 17. und 21. Jahrhundert konnte man starke Veränderungen im Geothermalgebiet feststellen.
Die heiße Quelle Konungshver (des Königs heiße Quelle) und Blesi (der Blazer) begannen energisch bis zu 0,5-1 Meter hoch zu kochen. Óþerrishola und Fata brachen bis zu zwei mal täglich aus. Viele neue Quellen entstanden und die Wassermenge, welche aus den anderen austrat, nahm zu. Geysir war jedoch derjenige, welcher am meisten betroffen war.

Über Jahrhunderte wurden die Ausbrüche Geysirs als übernatürlich angesehen und es gab viele Theorien, die das Wunder zu erklären versuchten. Eine Theorie nahm an, dass unter der Oberfläche große Höhlen waren, die sich langsam mit Dampf füllten. Wenn der Dampf nachher durch den Kanal entkam, würde dabei Wasser in die Luft gespritzt.
Der deutscher Chemiker Robert Bunsen kam 1846 nach Island um den Geysir zu inspizieren. Er war der Erste, der bemerke, dass die Eruptionen durch Überhitzung in der Tiefe des Kanals hervorgerufen wurden und der Geysir ausbrach, als das kochende Wasser dort blitzartig zu Dampf wurde.


Eine der Schönheiten des Geysirgebietes sind die glänzenden Sinterschichten rund um die heißen Quellen, welche durch Siliziumablagerungen entstehen (SiO2), wenn das heiße Wasser abkühlt. In alten, erodierten Bergen kann man die alten Wasserkanäle inspizieren, welche man als weisse Risse im Stein erkennen kann.
Die Siliziumschichten sind sehr empfindlich und obwohl sie die ganze Zeit über entstehen, dauert es viele Jahre bis sie eine ansehnliche Größe erreichen - dies sollte uns daran erinnern die Schönheit und Wunder der Natur zu respektieren und uns umsichtig auf dem Geysir Areal zu bewegen.
Ein gutes Photo ist ein viel besseres Souvenir als ein Stück Kalk.